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Wu Wei Wörtlich übersetzt heißt es etwa "Nichtstun", "Nichthandeln". Damit wird keinesfalls gesagt, man solle träge, entschlusslos oder lässig sein, sondern wu wei bedeutet, wir sollten in unseren Entscheidungen nicht gegen unsere innere Autorität, eben das Dao handeln. Wu Wei ist die Kunst, zum richtigen Zeitpunkt das richtige zu tun. Es gibt ein Lernen, das uns verstehen lässt, was wir sind. Aus diesem Verständnis entsteht eine völlig neue Art des Handelns: Wu Wei Das heißt handeln durch Nichteingreifen, durch geschehen lassen. Es ist die Fähigkeit, das Steuer des Lebens jener Macht zu überlassen, die eine Dimension von uns selbst ist und die Laotse einst das Dao genannt hat. Für CG Jung entsprach das Dao des von ihm Mitgeprägten Begriffs eines kollektiven Unterbewusstseins. Er erkannte in seiner Arbeit, dass in diesem kollektiven Unbewussten eine Weisheit und eine Kraft verborgen liegen, mit dessen Hilfe «. . . Menschen ein Problem einfach überwuchsen, an dem andere völlig scheiterten. Dieses Überwachsen, wie ich es früher nannte, stellte sich bei weiterer Erfahrung als eine Niveauerhöhung des Bewusstseins heraus. Irgendein höheres und weiteres Interesse trat in den Gesichtskreis, und durch diese Erweiterung des Horizontes verlor das unlösbare Problem die Dringlichkeit. Es wurde nicht in sich selber logisch gelöst, sondern verblasste gegenüber einer neuen und stärkeren Lebensrichtung. Es wurde nicht verdrängt und unbewusst gemacht, sondern erschien bloß in einem anderen Licht, und so wurde es auch anders. Was auf tieferer Stufe Anlass zu den wildesten Konflikten und zu panischen Affektstürmen gegeben hätte, erschien nun, vom höheren Niveau der Persönlichkeit betrachtet, wie ein Talgewitter, vom Gipfel eines hohen Berges aus gesehen. Damit ist dem Gewittersturm nichts von seiner Wirklichkeit genommen, aber man ist nicht mehr darin, sondern darüber Jung erkannte, dass die größten und wichtigsten Lebensprobleme im Grunde alle unlösbar sind, dass sie lediglich «überwachsen» werden können. Er kam zu dem Schluss, dass der Keim zu diesem höheren Bewusstseinsniveau in jedem Menschen vorhanden sein müsse und unter günstigen Umständen zur Entfaltung kommen kann. Er beobachtete bei seinen Patienten, dass dieser Wachstumsprozess oft «stillschweigend, wie unbewusst» stattfand und herbeifloss «auf dem Strom der Zeit». Auf der Suche nach dem Geheimnis dieses Überwachsens fragt sich Jung, was diese Menschen taten, « . . . um den erlösenden Fortschritt herbeizuführen? So weit ich sehen konnte, taten sie nichts (Wu Wei [Tun durch Nicht-Tun]), sondern ließen geschehen, wie der Meister Lü Dsu, es lehrt, dass das Licht nach eigenem Gesetz rotiere, wenn man seinen gewöhnlichen Beruf nicht aufgebe. Das Geschehenlassen, das Tun im Nicht-Tun, das Sich Lassen des Meister Eckart wurde mir zum Schlüssel, mit dem es gelingt, die Türe zum Weg zu eröffnen: man muss psychisch geschehen lassen können.»
Weiterführende Webseiten Literatur Richard Wilhelm "Dschuang Dsi" Theo Fischer "Wu wei: Die Lebenskunst des Tao" Richard Wilhelm "Geheimnis der Goldenen Blüte: Das Buch vom Bewusstsein und Leben"
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